| 600 Jahre Prößdorf – Geschichte und Geschichten Teil 2 |
Das RittergutBei der Betrachtung der Geschichte unseres Ortes darf nicht versäumt werden, auf die Bedeutung hinzuweisen, die das ehemalige Rittergut in Prößdorf gehabt hat. Es steht leider nicht fest, wann und von wem das Rittergut errichtet wurde. Der Ortsgründer von Prößdorf muss ein Edler, ein Ritter gewesen sein. Dies beweist die Bezeichnung Rittergut, welches anfänglich den Namen „Vorwerk“ trug. Der Ritter kam auf Anweisung des Landesherren und erhielt das Rittergut als Lehn, nicht als freies Eigentum. Jedenfalls kann aber als sicher angenommen werden, dass die Gebäude des Ortes und auch die Gebäude des Rittergutes im gleichen Zeitraum gegründet und erbaut worden sind. Das Prößdorfer Rittergut wird erstmals urkundlich erwähnt im Kriegsmatrikel des Jahres 1445, wo es als Besitz von „Alczsch Kaw“ aufgeführt ist, aber da war das Schloss bzw. Herrenhaus noch nicht vorhanden. Im 15. Jahrhundert war Prößdorf kein selbständiger Rittersitz, sondern Vorwerk von Breitenhain. Im Mitteldorf (Topfmarkt) lebten die Bauern, die Unfreien wohnten im Kuhwinkel/Kotwinkel. Sie besaßen kein eigenes Land, es war ihnen aber gestattet, eine Kuh zu halten. ![]() Im Jahr 1896 bewirtschaftete das Rittergut 174,0 ha. Im Jahr 1910 werden für den Besitzer Julius Hans Treuherz 175,73 ha angegeben. 1928 bewirtschaftete der Rittergutspächter Hans Metzler von der „Phönix“ AG - 125 ha. Das Verzeichnis weist im Jahr 1935 beim Diplom-Landwirt Hans Metzler 144 ha aus. Danach gibt es keine weiteren Angaben. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges waren im Auftrag der Aktiengesellschaft der Pächter des Rittergutes die Familie Hans Metzler, er war auch gleichzeitig der Pächter vom Rittergut Nöthnitz, als Verwalter war die Familie Köhler tätig. Auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes steht heute im Jahr 2010 nur noch das Wohnhaus des Rittergutes (Inspektorhaus), es ist durch die Familie Zimmermann Uwe und Kais Bernd gekauft und als Wohnhaus umgebaut worden. Von den übrigen Stallungen und Scheunen ist nichts mehr zu sehen. Die treuhänderische Verwaltung des restlichen Geländes lag in den Händen der LMBV. Diese hat es im Jahr 2009 der Stadt Lucka übertragen. Das Gelände wurde im November 2009 von dem Garten- und Landschaftsbau Göttendorf GmbH mit Sträuchern und Bäumen, als sogenanntes Biotop und für weitere Ersatzpflanzungen gestaltet. Frank Lemnitz
und das Redaktionsteam für die Chronik 2013 ![]() |
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Das Rittergut